Stöwen




Altslawische Scherben aus dem 12. Jahrhundert weisen darauf hin, daß die Gegend lange Zeit von Pomeranen bewohnt war. Das Dorf wird mit dem polnischen Namen Stobno zuerst erwähnt.

1593 gab der Starost von Usch den Bauern ein Privileg. Ein gewisser Jürgen wurde mit dem Schulzenamt betraut. Doch der Schulze Jürgen hatte sehr schlecht gewirt-schaftet und 1615 wurde das Schulzenamt einem Andreas Jeschke übertragen. Aber 1635 werden 2 deutsche Eheleute Petrus S. und Sophia P. aus Neuhaus bei Schönlanke, als Schulzen aufgeführt.

Zur Zeit des Starosten Stanislaw Gorka war Stöwen 1664 schon ein vollständiges Gutsdorf, dessen Vieh allerdings der Starostei gehörte.



Gruß aus Stöwen


Die Wassermühle lag am Krummfließer Fließ und im Dorfe gab es ein Vorwerk.

Die Ernteergebnisse auf diesem Unternehmen waren sehr gering, denn man erntete bei Roggen und Hafer nur das 2 fache der Aussaat.

1773 waren die Bewohner teils evangelisch, teils katholisch. Aufgeführt werden in den Akten
2 Schulzen und 2 Freibauern mit je einer Hufe, 7 Frei- und 7 Dienstbauern mit je einer halben Hufe und 14 Kossäten. Auf 307 ha wurden 291 Menschen gezählt.

Die Separationsakten von 1834 nennen Jakob Höft und Jakob Lamprecht als Freischulzen und außerdem 31 Bauernnamen.

Die 1850 erbaute Eisenbahn brachte etwas später dem Ort einen kleinen Bahnhof ein. Der Hebung des Verkehrs diente auch der Bau der Chaussee Schönlanke – Stöwen – Schneidemühl, der nach dem 1. Weltkrieg erfolgte. Durch die Wiesenentwässerung und den Bau des Stöwener Kanals erfolgte eine wirtschaftliche Besserstellung der Grundbesitzer.

Stöwen hat seit 1871 seine Einwohnerzahl, die sich immer um 750 bewegte, nicht erheblich verändert. 1930 war die Feldmark 3255,9 ha groß, und im Dorfe lebten 755 Menschen.



ev. Kirche in Stöwen


Die erste evangelische Kirche soll 1775 erbaut worden sein, die 2. Kirche erstand 1909 und fand manchen Bewunderer, da sie aus behauenen Feldsteinen, also abweichend von der üblichen Bauweise, errichtet worden war.



kath. Kirche in Stöwen




Innenansicht der kath. Kirche


Auch die Katholiken hatten seit 1927 eine eigene Kirche. Letztere gehörte zum Kirchspiel Schneidemühl, die Protestanten dagegen zu Uschhauland, früher allerdings auch zu Schneidemühl.

Stöwen hatte eine evangelische Schule mit 2 und eine katholische mit einem Lehrer.



kath. Schule in Stöwen


Da Stöwen erst am 28.01.1945 vom Feinde angegriffen wurde, hatte die Bevölkerung die Möglichkeit, den Ort in geordnetem Treck zu verlassen. Ein Teil davon wurde aber überrollt und zurückgeschickt. Dann stellten die Heimkehrer fest, daß von den daheimgebliebenen
18 Personen – 4 Männer und 3 Frauen getötet worden waren.

Mit den auf dem Treck umgekommenen Flüchtlingen werden zusammen 12 Männer und 7 Frauen als tot gemeldet, dazu kommen noch 9 Volkssturmmänner des Ortes, also 28 Tote. 16 Häuser,
5 Scheunen, 3 Ställe und eine Mühle wurden zum größten Teil zerstört.

 


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