Gornitz




Dort, wo der alte Königsweg, der von Czarnikau nach Schloppe führte, das Buckowfließ kreuzt, stießen im späten Mittelalter die Herrschaften Filehne und Czarnikau zusammen. An dieser Stelle entstanden um 1600 West- und Ostgornitz als kleine Unternehmungen.

Westgornitz war eine Mühle auf der Filehner Seite und ist, wie ein vorgefundener Balken nachwies, 1597 entstanden. 1631 wurde das fälschlich als Neugornitz bezeichnete Anwesen bei Grünfier gezählt.

1653 ist im Filehner Inventar zu lesen, daß es ein unbedeutender Eisenhammer gewesen ist, der mit einer Sägemühle verbunden war. Der Hammer ist nach dem 2. Schwedenkrieg eingegangen, während die Sägemühle noch einige Zeit weitergearbeitet hat. Um 1713 erwarb ein Michael Welke den Betrieb und erbaute dort eine Mahlmühle. Dieser Fachwerkbau bestand, mit einigen Änderungen versehen, noch 1945.



Gruß aus Gornitz


Als 1772 die Gegend preußisch wurde, wohnten dort 32 Menschen auf rund 64 ha. Seine größte Ausdehnung erreichte das Mühlengut um 1864 mit 181,75 ha. Um 1880 wurde ein großer Teil der Landwirtschaft an 8 Bauern verkauft, die ihre Gehöfte am Groß Drensener bzw. Groß Kottener Weg errichteten. Nach dem 1. Weltkrieg wurde der Betrieb unter 2 Brüdern aufgeteilt. Paul Witt erhielt die Mahl- und Schneidemühle mit etwas Acker und Wiese, während Ernst Witt die Landwirt-schaft mit rund 33 ha übernahm.



Mühle in Gornitz


Zu Ostgornitz auf der Czarnikauer-Behler Seite gehörte vor 1619 die Mittelmühle, damals trotz einiger Entfernung auch Gornitz Mühle genannt, sie hatte eine Fläche von 19 ha. Politisch gehörte die Mühle, meistens nach 1733 Mittelmühle genannt, bis etwa 1860 zu Gornitz, wurde dann aber nach dem näheren Carolina eingemeindet. Zu Ostgornitz gehörte auch ein dicht am Mühlenteich gelegener Krug. Diese Gast-wirtschaft war fast 200 Jahre alt und herrschaftlicher Besitz. In der Nähe des Kruges befand sich noch eine herrschaftliche Schmiede, die 1801 in Privatbesitz überging.

1804 legte dann der Grundherr von Behle die Kolonie Gornitz neben dem Krug an. Die Siedler stammten in der Mehrzahl aus dem Filehner Gebiet, und jeder Kolonist erhielt eine Parzelle von rund 7,5 ha für 336 Taler. Außerdem war ein jährlicher Grundzins von 10 Talern zu entrichten. 1834 erbaute die Gemeinde ein stroh-gedecktes Schul- und Bethaus als Fachwerkbau. Das Ostende diente in voller Breite als Kirchenraum, im Westende befanden sich das Schulzimmer und 2 Stuben für den Lehrer. Als der Klassenraum zu klein geworden war, erstand in der Mitte des Dorfes 1908 ein neues Gebäude mit 2 Klassen und 2 Lehrerwohnungen. Das alte Gebäude wurde kirchliches Eigentum und blieb es, bis 1939 zwischen Gornitz und Ivenbusch eine neue Kirche erbaut wurde.



Kirche in Gornitz


Westgornitz, das lange Zeit von dem Gutsbezirk Filehne betreut worden war, wurde um die Jahrhundertwende nach Ostgornitz eingemeindet, so daß fortan der Name Gornitz genügte. 1929 kamen nach der Auflösung der Gutsbezirke die Einzelsiedlungen Puhlstheerofen, Prielang, Klein Kotten und Kottenbruch hinzu.

Die Landwirte des 1804 gegründeten Dorfes haben es nie zu Wohlstand gebracht. Das lag an der zu klein bemessenen Ackerfläche, an dem sehr mageren Boden, an dem Mangel an eigenen Wiesen und der geringen Möglichkeit zu lohnendem Nebenerwerb.



Gasthaus in Gornitz


1930 hatte Gornitz mit den eingemeindeten Ortsteilen 493 Einwohner und verfügte über rund 820 ha leichten Boden.

Während des 2. Weltkrieges sind 8 % der Bevölkerung als Soldaten gefallen. Beim Einmarsch der Sowjets am 26.Januar 1945 gab es ein Gefecht zwischen deutschen und russischen Panzern, das 9 deutschen und 7 russischen Soldaten das Leben kostete.

21 Wohnhäuser, darunter auch die Schule, wurden niedergebrannt, zum großen Teil erst einige Tage nach den Kampfhandlungen. Mehrere Personen wurden verschleppt, von denen 2 nicht zurückkehrten.

 


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